Autolacke: Bienenkot und Baumharz

Minden, 15.06.2021. Ganz plötzlich ist es Sommer geworden – mit allen Freuden und Leiden. Die Hitze und die sommerlichen Umstände haben auch unmittelbare Auswirkungen auf die Fahrzeuglacke. Im Sommer sind Bienen unterwegs, sie verlieren teilweise Blütenpracht, teilweise hinterlassen sie auch Bienenkot auf den Fahrzeugen. Die Bäume blühen, von hier werden Blütenpollen aber auch Baumharz abgegeben und durch den Wind in der Umgebung verteilt – das trifft auch unsere Auto-lacke. Auch Vögel sind sehr aktiv und hinterlassen ihre Spuren, wie zum Beispiel Vogelkot auf Autolacken.

Einerseits ist die Gewissheit, ein funktionierendes Ökosystem zu haben, in dem es Bienen, Insekten, Vögel und blühende Bäume gibt sehr schön, andererseits haben die Hinterlassenschaften auch starke Auswirkungen auf Autolacke. Gerade Bienen- und Vogelkot sowie Baumharz können sich bei heißen Temperaturen förmlich in den Autolack einbrennen.

Es empfiehlt sich daher, entsprechende Vor- und Nachsorge zu betrei-ben. In der Blütezeit der Bäume sollte beispielsweise das Parken unter solchen Bäumen (Ahorn, Pappel, Birke; Kastanie) möglichst vermieden werden. Ist dies unumgänglich, sollte das Fahrzeug geschützt werden, zum Beispiel durch eine Kunststoff-Garage über dem Auto. Manchmal lohnt es sich auch, ein paar Meter Fußweg für einen anderen Straßen-parkplatz in Kauf zu nehmen, wenn man dann den Eintrag von Blüten-pollen und Baumharz vermeiden kann.

Geht dies nicht, so sollte man den Verschmutzungsgrad seines Fahr-zeugs regelmäßig im Auge behalten. Bienenkot, Baumharz und Vogelkot sollten möglichst schnell entfernt werden, da Vogelkot durch die enthal-tene Säure bei längerer Einwirkung – gerade unterstützt durch Hitze – den Lack nachhaltig beschädigen kann. Aber auch eingetrockneter Bie-nenkot oder eingetrocknetes Baumharz sind nach einer gewissen Ein-brennphase nur sehr schwer – wenn überhaupt – vom Lack zu entfernen.

Für die Autofahrer zeigt sich dann ein unerfreuliches Bild: Nach der Au-towäsche ist der normale Straßenschmutz zwar weg, aber es bleiben kleine, meist gelbliche Verfärbungen auf dem Autolack über (Bienenkot, Baumharz). Ähnliches kann auch bei längerem Einbrennen von Rapsver-schmutzungen passieren. Manchmal hilft eine zweite Autowäsche, um auch diese gelblichen Verschmutzungen zu entfernen. Garantiert ist dies
jedoch nicht. Wenn diese Verschmutzungen zu hart eingebrannt sind,
hilft manchmal nur noch eine professionelle Autoaufbereitung durch
eine entsprechende Fachfirma.

Vorsorgen gegen solche Verschmutzungen kann man nicht zu 100 Prozent.
Die Parkplatzauswahl, der Schutz durch eine Kunststoffautohaube
sind geeignete Mittel. Auch eine professionelle Fahrzeugversiegelung
kann den Lack schützen – genauso wie moderne Premiumwaschprogramme,
die besondere Konservierer enthalten. Sowohl die Premiumkonservierer
als auch die Versiegelung halten naturgemäß nur für einen
vorübergehenden Zeitraum und sollten dann wiederholt werden. Vor allem
aber ersetzen all diese Vorsorgemaßnahmen nicht ein regelmäßiges
Betrachten des Verschmutzungsgrads des Fahrzeuglackes und auch
nicht die notwendige Autowäsche, die frühzeitig folgen sollte.

Praxistipps: Will man feststellen, ob der Fahrzeuglack durch Bienenkot,
Baumharz oder ähnliches verschmutzt ist, so kann man mit einem feuchten
Daumen oder mit einem feuchten, weichen Papier- oder Stofftuch
die obere Schmutzschicht (den allgemeinen Straßenschmutz) vorsichtig
entfernen, um nachzuschauen, ob sich darunter Bienenkot, Baumharz
oder änliches befindet. Sollte man Vogelkot auf dem Fahrzeuglack bemerken,
so empfiehlt es sich, diesen bereits vor der gewerblichen Fahrzeugwäsche
ab- oder zumindest anzulösen. Dies kann man mit einem
feuchten, weichen Papiertuch (Haushaltsrolle) anlösen und dann vorsichtig
entfernen. Bei solchen Verschmutzungen: nicht lange warten –
ab in die Waschanlage!
Mit diesen Tipps wünschen wir Ihnen das Beste für Ihren Autolack – und
einen schönen Sommer!


Über den BTG:
Der BTG ist ein bundesweit tätiger Fachverband für die Betreiber/innen
von Tankstellen und der einzige in Deutschland tätige Fachverband für
den Bereich Gewerbliche Fahrzeugwäsche. Er fungiert als engagierte Interessenvertretung
seiner Mitglieder und bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten
der Fortbildung und des Knowhow-Transfers. Er organisiert
Fachveranstaltungen und ist Herausgeber von Branchenpublikationen.
Darüber hinaus stellt der Verband der interessierten Öffentlichkeit sachliche
Informationen zu den Themen Tankstellen/gewerbliche Autowaschanlagen/
Fahrzeugaufbereitung zur Verfügung und dient als An-
sprechpartner und Vermittler gegenüber Industrie, Politik und Behör-
den, Medien und Öffentlichkeit.